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Über die Krankheit
Die Colitis Ulcerosa und der Morbus Crohn gehören zur Gruppe der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED), deren genaue Ursache trotz massiver Forschung immer noch nicht eindeutig geklärt ist.
Vieles deutet mittlerweile darauf hin, dass eine defekte Schleimhautbarriere gegenüber kommensalen Darmbakterien eine zentrale Rolle spielt. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen haben in Europa mittlerweile eine Häufigkeit von 1/198 (Colitis Ulcerosa) und von 1/310 (Morbus Crohn).
Die Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen erfordert differenzierte, individuelle Therapien. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Internisten, Gastroenterologen und ggf. Chirurgen haben einen maßgeblichen Einfluss auf die jeweilige Verlaufsform.
Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben keinen direkten Einfluss auf die Lebenserwartung jedoch einen sehr großen Einfluss auf die Lebensqualität.
Colitis Ulcerosa
Die Colitis Ulcerosa ist eine chronische Entzündung der obersten Darmschleimhaut und beginnt in den meisten Fällen am Ende des Darmes im Mastdarm (Rektum). Die Colitis Ulcerosa kann sich im Laufe der Zeit auf den gesamten Dickdarm ausbreiten (Pancolitis). Üblicherweise verläuft die Krankheit in Schüben, d.h. die Darmschleimhaut ist phasenweise entzündet und erholt sich dann wieder.
Die Colitis Ulcerosa wird zunächst mit Medikamenten behandelt. Es gibt Verlaufsformen, bei denen eine medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreicht bzw. es während der Behandlung zu massiven Komplikationen kommt. In diesen Fällen kann es notwendig sein, den gesamten Dickdarm operativ zu entfernen (Pouch-OP). Die ersten Anzeichen der Colitis Ulcerosa sind zu Beginn oft sehr unspezifisch. Die Betroffenen leiden typischerweise unter blutig-schleimigen Durchfällen, begleitet von leichten Bauchscherzen.
Die einzelnen Verlaufsformen können sehr unterschiedlich sein! Bei rund 60% der Betroffenen beschränkt sich die phasenweise Entzündung auf den Enddarm (leichte Verlaufsform). Der Stuhldrang hält sich dabei noch in Grenzen (5-8 Stuhlgänge / Tag). Bei rund 25% der Betroffenen nehmen die Beschwerden im Verlauf stark zu. Sie leiden an vermehrtem, sehr plötzlichem Stuhldrang von bis zu zehn blutig-schleimigen Durchfällen pro Tag (mittelschwere Verlaufsform). Bei rund 10% der Betroffenen entwickelt sich eine schwere Verlaufsform, bei denen bis zu 15 Durchfälle am Tag möglich sind.
Die meisten Betroffenen sind zum Zeitpunkt des ersten Ausbruchs zwischen 20 und 30 Jahre alt. Bei rund 15% - 30% der Betroffenen treten die ersten Beschwerden bereits im Kindes- bzw. Jugendalter auf. Auch Säuglinge können eine Colitis Ulcerosa bekommen. Bei Kindern und Jugendlichen ist meist der ganze Dickdarm betroffen.
Morbus Crohn
Der Morbus Crohn ist ebenfalls eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die sich im Gegensatz zur Colitis Ulcerosa auf den gesamten Verdauungstrakt, also von der Mundhöhle bis zum After ausdehnen kann. Am häufigsten ist der letzte Teil des Dünndarms (terminale Ileum) betroffen. Der Morbus Crohn breitet sich meistens auf die tieferen Schichten der Darmwand aus. Üblicherweise verläuft die Krankheit in Schüben, d.h. die Darmschleimhaut ist phasenweise entzündet und erholt sich dann wieder.
Die an Morbus Crohn Betroffenen leiden häufig an krampfartigen Bauchschmerzen im rechten Unterbauch, an häufigen Durchfällen (ohne Blut) sowie an Übelkeit und Erbrechen. Der Morbus Crohn wird ebenfalls zunächst mit Medikamenten behandelt. Die einzelnen Verlaufsformen können auch beim Morbus Crohn sehr unterschiedlich sein! In seltenen Fällen kann durch die Entzündung die Darmwand so stark geschädigt werden, dass es zu einem Darmdurchbruch kommt.
Bei rund 40% der Betroffenen bilden sich im Laufe der Krankheit Verbindungsgänge (Fisteln) zwischen dem Darm und anderen Organen. Der Morbus Crohn befällt manchmal nicht nur den Darm sondern auch andere Organe (Leber, Galle Haut, Gelenke u.a.).
Betroffene von Morbus Crohn werden meist nur dann operiert, wenn durch die Erkrankung Komplikationen auftreten (Darmdurchbruch, Darmverengung, schwere Darmblutungen, Abszesse, Fisten). Rund 70% der Betroffenen werden innerhalb von 15 Jahren nach der Erstdiagnose aufgrund von Komplikationen operiert.